Hallo Leute,
für das Journal Frankfurt hat Leon einen ganz persönlichen Blog geschrieben, den wir Euch hier präsentieren. Viel Spass beim Lesen!
Ein Teil meines Lebens – Peter Maffay in der Alten Oper
Es wird dunkel in der Alten Oper, nur noch die Bühne ist beleuchtet. Die Leute springen schreiend auf und Peter Maffay tritt alleine durch den Vorhang. Dazu gleich mehr. Erst muss ich sagen, dass ich schon seit Jahren ein großer Fan seiner Musik bin. Und das nicht nur, weil mein Vater (Ken Taylor) als Bassist in seiner Band spielt, sondern weil Peter Maffay es einfach schafft mit guten Songs und tiefgründigen Texten die Menschen zu begeistern. Obwohl ich eigentlich dauernd in der deutschen Musikszene unterwegs bin und leidenschaftlich gerne ein Konzert nach dem anderen besuche, ist ein Maffay- Konzert für mich doch etwas völlig anderes. Diese Band und die gesamte Crew, die ein solches Ereignis möglich macht, kenne ich schon seit meiner Kindheit.
Nach fast siebzehn Jahren ist das für mich nicht nur ein Konzert, sondern ein Teil meines Lebens.
Es ist kurz vor 20 Uhr und die Band versammelt sich hinter der Bühne. Die Musiker nehmen sich noch ein letztes Mal vor dem Konzert in die Arme und man merkt, dass die Konzentration auf dem Höhepunkt ist. Wie immer auf die Minute genau wird das Licht im Saal gedimmt und Tausende schreien auf. Ich habe es mir zur Gewohnheit gemacht, mir diesen Moment immer von der Sidestage, also dem Bühnenrand, anzusehen um dem Ganzen so nah wie möglich zu sein.
Die Musiker laufen schnell auf die Bühne, um sich zu positionieren,
Das spannende und energiegeladene Gefühl, das mich dabei immer noch überkommt ist wohl einer der Hauptgründe, warum ich mich entschieden habe, selber Musiker zu werden.
Das Konzert besteht diesmal aus drei Teilen “Zuerst spielen wir für euch Songs von der neuen Platte ,Ewig´, welche schon jetzt große Erfolge feiern durfte, dann haben wir noch ein Paar Nummern aus ,Laut und leise´ im Programm und am Ende kommen wir noch zu ein paar guten alten Songs” erklärt Peter. Er versteht es von der ersten Sekunde an das Publikum in seinen Bann zu ziehen – das hat mich schon immer an ihm begeistert
Die Show beginnt mit “Schnee der auf Rosen fällt”, ein sehr persönliches Lied welches er mit Carl Carlton und Pascal Kravetz an der Gitarre performt.
Spätestens als auch der Rest der Band einsetzt, hält es niemanden mehr auf seinen Sitz – Frankfurt tanzt. Es ist mir schon immer wichtig gewesen in so einem Moment hautnah dabei zu sein, um zu spüren was für eine Energie sich auf der Bühne entwickelt, denn eine so gut eingespielte Band erlebt man nur sehr selten. Oft passiert es ,dass mein Vater mich von der Bühne aus ansieht und wir in diesem Augenblick zusammen grooven – das ist für mich pure Inspiration. Obwohl Peter die vorangegangenen zwei Konzerte wegen einer Stimmbandentzündung leider absagen musste, war dieses Konzert ein voller Erfolg.
Als sie zum Schluß “Eiszeit” spielen, liegt sich nicht nur das Publikum sondern auch die Crew in den Armen und singt lautstark mit. Die meiner Meinung nach beste Rock’n’Roll Band der Welt hat es wieder mal geschafft ihr Publikum zu begeistern Da sie bis jetzt nur in großen Hallen gespielt haben, suchten sie auf dieser Tour die Nähe zum Publikum. Die intime, persönliche Atmosphäre der Alten Oper war daher auch die perfekte Umgebung für diesen tollen Abend.
Text: Leon Taylor
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